MwSt.-Festsetzung von Amts wegen: Echtzeitdaten statt Blick in Rückspiegel

MwSt.-Festsetzung von Amts wegen: Echtzeitdaten statt Blick in Rückspiegel

MwSt.-Festsetzung von Amts wegen: Echtzeitdaten statt Blick in Rückspiegel

Die im Amtsblatt Nr. 745 vom 3. September 2026 veröffentlichte Anordnung des Präsidenten der Zentralagentur für Steuerverwaltung (ANAF) Nr. 1.022/2026 führt ein eigenständiges Verfahren für die Festsetzung der Mehrwertsteuer (MwSt.) von Amts wegen ein. Das neue Verfahren gilt erstmals für die MwSt.-Anmeldungen für den Monat Juli 2026. Für frühere Zeiträume ist weiterhin das bisherige, mit ANAF-Anordnung Nr. 962/2016 festgelegte Verfahren anzuwenden.

Nachfolgend die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Abschied von den Durchschnittswerten

Das bisherige Verfahren, das auf historischen Durchschnittswerten aus den Anmeldungen D300 (MwSt.-Anmeldung) und den Meldungen D394 (Meldung über Inlandsumsätze) sowie auf deren Indexierung anhand des jährlichen Verbraucherpreisindex beruhte, wird aufgegeben. Die neue Schätzungsmethode stützt sich auf die Daten aus den zentralen Meldesystemen der rumänischen Finanzverwaltung: RO e-Factura (elektronische Rechnung) und RO e-Case de marcat electronice (elektronische Registrierkassen) für den Zeitraum, für den keine MwSt.-Anmeldung eingereicht wurde. 

  • Die Berechnungsformel

Die von Amts wegen festgesetzte MwSt.-Zahllast ergibt sich als Differenz zwischen der Ausgangssteuer und 50 % der Vorsteuer, jeweils wie sie für den betreffenden Zeitraum den zentralen Meldesystemen RO e-Factura und RO e-Case de marcat electronice zu entnehmen sind. Wer die Anmeldung schuldig bleibt, dem wird im Schätzungsweg also nur die Hälfte der Vorsteuer zugutegehalten – ein Anreiz zur Pünktlichkeit, der kaum deutlicher ausfallen könnte.

Quelle: ANAF-Anordnung Nr. 1.022/2026, Amtsblatt Nr. 745 vom 3. September 2026; ANAF-Anordnung Nr. 962/2016, Amtsblatt Nr. 233 vom 30. März 2016.

Tax Newsletter September 2026

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